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© 2008-10
Förderverein Hofgut
Guntershausen e.V.
Aktualisiert am
26.1.2010

Informationen rund ums Hofgut

  • Bericht im “Ried-Echo” vom 26. Januar 2010
    Neue Räume für das Infozentrum (PDF)
     
  • Gelungener „Advent im Hofgut“
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  • “Hofgutnachmittag” ein voller Erfolg
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  • Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. lässt den historischen Steinbackofen restaurieren
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  • Historischer Gewölbekeller auf dem Hofgut restauriert
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  • Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. bewirtet die Besucher der „Stockstädter Musiktage“
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  • Eisvogel-Erlebnistag
    Abschluss auf dem Hofgut Guntershausen
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  • Auch der Südflügel soll genutzt werden
    Versammlung: Förderverein Hofgut Guntershausen berichtet über Umbau – Klaus Horst als Vorsitzender wiedergewählt
    “Ried-Echo” vom 15.05.2009
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  • Nach 130 Jahren wieder entdeckt
    Die verschollenen Bühnenbilder der ersten Bayreuther Festspiele von 1876 befanden sich zeitweise im Herrschaftshaus des Hofgutes Guntershausen auf dem Kühkopf
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  • Abriss vor 50 Jahren - Erinnerungen an Stockstadts historisches Rathaus von 1537
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  • Informationstafel für Herrschaftshaus und Zarenbesuch
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Gelungener „Advent im Hofgut“

Advent im HofgutAm Freitag (4.12.) lud der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. zum mittlerweile schon traditionellen „Advent im Hofgut“ auf das Hofgut Guntershausen/Kühkopf ein. Die ursprünglich von der Gesangsgruppe „Stockstädter Rheinschnaken“ ins Leben gerufene Veranstaltung wurde nun nach einer mehrjährigen Pause vom Förderverein des Hofgutes neu aufgelegt.
Schon beim Überqueren der Stockstädter Altrheinbrücke waren die Advents-Choräle des Bläserensembles Biebesheim zu vernehmen und die Besucher waren so schon adventlich eingestimmt. Ab 18:00 Uhr kamen die etwa 140 Gäste im vorweihnachtlich geschmückten Hofgut an und wurden im Hof unter einem stattlichen Weihnachtsbaum mit Glühwein und Punsch empfangen.
Bevor sich der festlich dekorierte historische Pferdestall des Hofgutes öffnete, begrüßte der 1. Vorsitzende des Fördervereins Klaus Horst die Gäste, unter denen sich auch der 1. Kreisbeigeordnete des Kreises Groß Gerau Thomas Will befand, mit einer kurzen Ansprache. Anschließend begann ein stimmungsvoller Abend mit festlichem Adventsmenü, Adventsgeschichten und Adventsliedern. Souverän moderierte Wolfgang Morgenstern das kurzweilige Programm, in dessen Verlauf auch einige der ehemaligen Sänger der „Rheinschnaken“ begrüßt wurden.
Das viergängige Advents - Menü, das von Anne Horst und ihren Helfern vor Ort frisch zubereitet wurde, bestand aus einer Kürbis – Kartoffelsuppe „Hofgutart“, gefolgt von Feldsalat mit hausgemachtem Walnussöldressing und gehackten Walnüssen. Als Hauptgang servierte man das mittlerweile schon legendäre „Ragout – Batonville“ an Safran – Reis, zu dem Klaus Horst sehr eindrucksvoll dessen Entstehungsgeschichte aus der französischen Besatzungszeit Stockstadts nach dem Ersten Weltkrieg schilderte. Als Dessert folgte dann ein Lebkuchenmousse.
Zwischen den Gängen lauschten die Gäste den Adventsliedern und Adventsgeschichten der Mitwirkenden Wolfgang Morgenstern, Horst Lied, Helmut Schirmer, Sonja Siegel, Ulli Selle, Jörg Hartung sowie der Stockstädter Vokalgruppe. Natürlich schaute auch der Nikolaus vorbei und brachte jedem Gast ein kleines Präsent. Kaffe und ein reichhaltiges Kuchenbuffet mit gespendeten Kuchen rundeten den gelungenen Abend ab.
Der Vorstand des Fördervereins möchte sich auch auf diesem Wege bei seinen Gästen, den fleißigen Helfern und seinen Unterstützern recht herzlich bedanken, die so zum Gelingen dieses schönen Abends beigetragen haben.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier...




“Hofgutnachmittag” ein voller Erfolg

Zu seinem ersten „Hofgutnachmittag“ hatte der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. am Sonntag (11.10.) in das Verwalterhaus des Hofgutes auf dem Kühkopf eingeladen. Etwa 50 interessierte Gäste fanden sich ein, so dass der Seminarraum völlig überfüllt war. Die Veranstalter freuten sich über die große Resonanz, mit der sie zunächst nicht gerechnet hatten, war es doch die erste Veranstaltung dieser Art.
Klaus Horst und Jörg Hartung erzählten von der früheren Stockstädter Altrheinfähre und dem ehemaligen Stockstädter Rheinhafen. Durch die zahlreich gezeigten alten Fotos und Postkarten angeregt, berichteten etliche Gäste von ihren persönlichen Erlebnissen mit der 1965 stillgelegten Stockstädter Altrheinfähre und kamen so miteinander ins Gespräch: Genau dies war von den Organisatoren auch so gewünscht. Diese Beiträge bereicherten den rundum gelungenen Nachmittag, der dann bei Kaffee und Kuchen einen gemütlichen Ausklang fand.
Der nächste Hofgutnachmittag mit Kühkopf- und Hofgutgeschichte(n) ist für das Frühjahr 2010 geplant, der genaue Termin wird in der Presse bekannt gegeben. Der Vorstand des Fördervereins möchte sich auf diesem Wege bei seinen Gästen für die Spenden zum Erhalt des Hofgutes bedanken. Ebenso bei den fleißigen Helfern, die zum Gelingen dieses schönen Nachmittages beigetragen haben.

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Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. lässt den historischen Steinbackofen restaurieren

Das Hofgut Guntershausen wird zukünftig um eine weitere Attraktion reicher sein: der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. lässt zur Zeit den historischen Steinbackofen auf dem Hofgut durch die Firma Manfred Müller aus Steinau-Ulmbach restaurieren und 090819_Backofenfunktionsgerecht wiederherrichten. Der Förderverein ist froh, mit Herrn Müller einen so erfahrenen Fachmann gefunden zu haben, der schon mehrere historische Backöfen wieder instand gesetzt hat.

Die Restaurierung des historischen mit Holz befeuerten Steinbackofens wird durch das Hessische Landesamt für Denkmalpflege begleitet und finanziell unterstützt. Außerdem hat der regionale Energieversorger EPRIMO ein Sponsoring zugesagt. Eine notwendige neue Ofenklappe wird von der ortsansässigen Firma Hans Mölbert maßgerecht angefertigt, erfreulicherweise wird sie auch von dieser Firma gesponsert. Der Förderverein möchte auf diesem Weg den Sponsoren herzlich danken!

Der weit über 100 Jahre alte Steinbackofen wird derzeit grundlegend gereinigt, schadhafte Stellen werden ausgebessert und ein Rauchabzug angebracht. Außerdem wurde ein eigens für den Betrieb des Ofens eingezogener Kamin fertig gestellt. Der Förderverein freut sich schon jetzt auf die spannende Zeit des Ausprobierens und auf die Backresultate, die dann auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Das Bild zeigt den Ofenbauer Manfred Müller (rechts) mit seinem Sohn Mario vor dem historischen Steinbackofen des Hofgutes Guntershausen

Wer hat noch Informationen über den Betrieb dieses alten Steinbackofens auf dem Hofgut Guntershausen?
Der Förderverein wäre froh, wenn er noch Näheres darüber erfahren könnte. Informationen können Sie unter der Tel. Nr. 06158-83211 oder per e-mail an mail@hofgut-guntershausen.de weitergeben.




Historischer Gewölbekeller auf dem Hofgut Guntershausen restauriert

Weitgehend abgeschlossen sind nun die Renovierungsarbeiten am historischen Gewölbekeller unter dem Verwalterhaus des Hofgutes Guntershausen auf dem Kühkopf.
Aus diesem Anlass begrüßte der der 1. Vorsitzende des Fördervereins Hofgut Guntershausen e. V. Herr Klaus Horst am Freitag den
17. Juli 2009 die Vorstandsmitglieder des Fördervereins auf dem Hofgut und stellte den auf Initiative von Jörg Hartung frisch restaurierten Gewölbekeller vor. Der Keller wurde grundlegend gereinigt und neu angelegt. Außerdem wurden einige Bilder und Dokumente zur Geschichte der früheren Stockstädter Altrheinfähre angebracht, so dass der Raum nun als „Fährmannskeller“ einer künftigen Nutzung durch den Förderverein Hofgut Guntershausen zur Verfügung stehen wird.
Jörg Hartung informierte in diesem historischen Ambiente die Anwesenden noch über die Geschichte der Stockstädter Altrheinfähre, die wohl die älteste Fährverbindung am Kühkopf war. Dem Besitzer des „Gemmingschen Auhauses“, wie das Hofgut Guntershausen früher hieß, stand seit jeher das Recht der Einrichtung und des Betriebes einer Fährüberfahrt vom Kühkopf zum gegenüberliegenden Stockstadt zu. Belegbar ist dies zurück bis in das Jahr 1617, als nämlich mit den kurpfälzischen Beamten in Oppenheim bezüglich dieser Fähre Streitigkeiten aufkamen, die geregelt werden mussten. Mit dem Bau der Brücke über den Altrhein, die 1965 fertig gestellt wurde, fand die lange Tradition eines Fährbetriebes bei Stockstadt am Rhein ihr Ende.
Außerdem wurde eine von Anne Horst zusammengestellte Power Point Präsentation mit Bildern rund um das Hofgut gezeigt. In gemütlicher Runde ließ man den gelungenen Abend bei einem edlen Tropfen und gutem Essen ausklingen.

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Siehe auch Artikel vom Ried-Echo am 22. Juli 2009 Erinnerung an die Fähre




Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. bewirtet die Besucher der „Stockstädter Musiktage“

2009_MusiktageBereits vor 25 Jahren wurden von Eva und Wilhelm Becker die ersten „Tage der alten Musik“ in Stockstadt am Rhein ausgerichtet. Seit 1996 läuft diese in der Altrheinhalle und der Sporthalle der Gemeinde Stockstadt am Rhein stattfindende Großveranstaltung unter dem Namen „Stockstädter Musiktage“ und ebenfalls seit 1996 zeichnet der Förderverein Hofgut Guntershausen e.V. verantwortlich für den Betrieb des Bistros.

Vom 22.05. bis 24.05.2009 war das Bistro ganztägig von insgesamt etwa 20 freiwilligen Helfern des Fördervereins besetzt. Die Einteilung der Helfer und die Organisation des Bistrobetriebes während dieser drei Tage wurde federführend von Frau Anne Horst übernommen, wofür ihr recht herzlich gedankt wird. Der Vereinsvorstand möchte sich außerdem bei allen fleißigen Helfern herzlich bedanken.

Auch in diesem Jahr wurde das vielseitige Angebot des Fördervereins an Speisen, Kuchen und frischen Getränken von den zahlreichen Konzertbesuchern und Ausstellern - nicht zuletzt wegen der moderaten Preise - gerne angenommen und geschätzt. Der Förderverein konnte somit wieder zum Gelingen der „Stockstädter Musiktage“ beitragen, die sogar in internationalen Fachkreisen ein hohes Ansehen haben.



Eisvogel-Erlebnistag - Abschluss auf dem Hofgut Guntershausen

Bild EisvogelIm Jahr des Eisvogels lud die Naturschutz-Akademie Hessen am Sonntag den 17. Mai 2009 um 10:00 Uhr zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), dem Naturschutz-Informations-Zentrum und der Privatbrauerei Licher zu einer Wanderung auf den Kühkopf ein. Anlass hierfür war der Eisvogel-Erlebnistag. Hierbei handelte es sich um eine Veranstaltung im Rahmen des landesweiten Naturschutz-Erlebnistags, an dem bei knapp 100 Veranstaltungen in ganz Hessen der Natur über die Schulter geschaut werden konnte.

Unter fachkundiger Führung von Herrn Herbert Zettel und dem Revierförster Herrn Ralph Baumgärtel wurden den Wanderern die Lebensräume des Eisvogels auf dem Kühkopf vorgestellt. Trotz des harten Winters, welcher der Eisvogelpopulation stark zugesetzt hat, sind erfreulicherweise im Naturschutzgebiet Kühkopf mehrere Brutreviere besetzt.

Abschluss der rund zweistündigen Exkursion war auf dem Hofgut Guntershausen, wo die Teilnehmer bei einem kühlen Bier ihre Erlebnisse austauschen konnten. Der Förderverein Hofgut Guntershausen e.V. unterstützte diese Veranstaltung und schuf die Rahmenbedingungen für den gelungenen Abschluss der Veranstaltung auf dem Gelände des historischen Hofgutes Guntershausen.


Auch der Südflügel soll genutzt werden
Versammlung: Förderverein Hofgut Guntershausen berichtet über Umbau – Klaus Horst als Vorsitzender wiedergewählt
 
STOCKSTADT. Laufende und noch geplante Baumaßnahmen waren ein wichtiges Thema bei der Hauptversammlung des Fördervereins Hofgut Guntershausen. Wird bislang fast nur das Hauptgebäude genutzt, so sollen sich durch laufende Arbeiten im Südflügel neue Möglichkeiten eröffnen. Dort entstehen Büros für die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage wie auch zusätzliche Seminarräume.
Bei der Versammlung erläuterte Udo Raabe von der Planungsgruppe Darmstadt den Bauplan. Bereits gebaut ist eine neue Treppe zum Obergeschoss, in dem Wände herausgenommen wurden. Büro- und Sanitärräume entstehen gerade, im Weiteren sollen kleinerer Räume zu größeren Einheiten zusammengefasst werden. Am Ende des Traktes entsteht ein Saal mit einer Größe von etwa 100 Quadratmetern. Die Außenansicht soll dabei unverändert bleiben bis auf die Reaktivierung einer früheren Außentreppe als zusätzlicher Zugang und Fluchtweg.
Aber auch im Erdgeschoss soll es bald neue Möglichkeiten geben: Der historische Backofen in dem Gebäude soll wieder in Betrieb gesetzt werden. Nach der Einschätzung eines Ofenbauers ist der gemauerte Ofen noch in sehr gutem Zustand und mit wenig Aufwand wiederherzustellen, berichtete der Vereinsvorsitzende Klaus Horst. Auch den Gewölbekeller unter dem Versammlungsraum will der Verein für Veranstaltungen nutzbar machen. Am Verwalterhaus wurden im vergangenen Jahr die Fensterläden erneuert und das Dachgeschoss isoliert, zur Zeit entsteht ein Vereinsbüro.
Trotz viel Eigenarbeit kosten diese Maßnahmen auch Geld. Der Verein muss ohne Unterstützung der öffentlichen Hand auskommen und benötigt darum zuverlässige Finanzquellen. Mit Hilfe von Sponsoren konnte der Förderverein die als „Schnakenkönig“ bekannte Holzskulptur ankaufen, die nahe der Kühkopfbrücke aufgestellt ist. Die Arbeit war während eines Bildhauer-Symposiums entstanden.
Auch im Haus spielt Kunst in Form wechselnder Ausstellungen eine große Rolle. Der zweite Vorsitzende Gerold Hartmann berichtete, dass seit 2007 eine Reihe von Honorarkräften die Öffnung des Hauses für Besucher an Wochenenden und Feiertagen sicherstellt. Und das Angebot kommt an: 2007 gab es im Durchschnitt 30 Besucher pro Öffnungstag, 2008 dann 38 und während der bisherigen Öffnung in diesem Jahr sogar mehr als 60. Theateraufführungen im Schafstall wird es in diesem Jahr nicht geben, zahlreiche Besucher werden aber zu den traditionellen Festen erwartet. Das Frühlingsfest am 1. Mai hat der Verein mit vielen freiwilligen Helfern bereits erfolgreich bewältigt.
Bei der Vorstandswahl wurde Klaus Horst einstimmig zum Vorsitzenden wieder gewählt, Gerold Hartmann zum Stellvertreter und Andreas Morgenstern zum Kassierer. Der langjährige Geschäftsführer Klaus Pautsch übergab das Amt an Jörg Hartung, René Granacher trat die Schriftführerfunktion an Yeliz Nohut ab. Beisitzer sind nun Jürgen Osswald, Klaus Pautsch und Uli Selle.

(Ried-Echo vom 15.05.2009, gra)



Nach 130 Jahren wieder entdeckt

Die verschollenen Bühnenbilder der ersten Bayreuther Festspiele von 1876 befanden sich zeitweise im Herrschaftshaus des Hofgutes Guntershausen auf dem Kühkopf

Stockstadt. Der Theaterwissenschaftler Dr. Oswald Georg Bauer, mit dem Forschungs-Schwerpunkt Bühnenbild, hielt kürzlich beim Altertumsverein Worms e. V. im Haus zur Münze einen spannenden Vortrag über die Wiederentdeckung der Entwürfe von Josef Hoffmanns Bühnenbildern zur Uraufführung des Ring der Nibelungen zu den ersten Bayreuther Festspielen 1876, die seit 130 Jahren als verschollen galten.
Zu diesem Vortrag wurden der Stockstädter Bürgermeister a. D. Klaus Horst und Jörg Hartung vom Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. eingeladen. Beide staunten nicht schlecht als sich herausstellte, dass die bislang verschollen geglaubten Bühnenbilder aus dem Jahre 1876 zeitweise im 1972 abgerissenen Herrschaftshaus des Hofgutes Guntershausen auf dem Kühkopf hingen.
Dr. Bauer wurde während der Bayreuther Festspiele 1990 auf Originale der Bilder aufmerksam gemacht, die bislang nur in Schwarz-Weiß-Fotos, die Hoffmann von seinen farbigen Entwürfen hatte herstellen lassen, bekannt waren. Erst 1993 bekam er bei der Familie von Heyl zu Herrnsheim in Worms fünf der ursprünglich 21 Bilder zu sehen, und seither ließ ihn der Forscherdrang nicht ruhen, bis er unter abenteuerlichen Bedingungen und dank unglaublicher Zufälle den Weg, den die Bilder seit 1876 genommen hatten, rekonstruieren konnte.
Freiherr Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim (1843 - 1923)Diese gelangten zunächst in den Besitz des bayerischen Königs Ludwig II., nach dessen Tod
sie zur Tilgung seiner Schulden in Stuttgart versteigert wurden. Die historischen Bühnenbilder zum Ring der Nibelungen kamen so in den Besitz des Freiherrn Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim (1843 - 1923), ein angesehener Wormser Kunstsammler(siehe Bild) , der sie 1888 oder 1889 für das von ihm im Jahre 1888 vom Grafen Oberndorf erworbene Gut Schmittshausen auf dem Kühkopf bei Stockstadt am Rhein erwarb. Dort sollten sie nun den Saal des Herrenhauses schmücken. Aufgrund seiner Vorliebe für die Nibelungen gab der Baron dem Hofgut fortan den uns heute noch geläufigen Namen Guntershausen.
Dr. Bauer hob in seinem Vortrag hervor, dass auf der Rückseite der Bilder eine handschriftliche Notiz über den zeitweiligen Verbleib der Bilder auf Schmittshausen angebracht ist und betonte weiterhin, dass die Bilder wohl auch vom Zaren Nikolaus II. von Russland bei seinem Besuch auf dem Kühkopf am 3. November 1903 betrachtet wurden.
Bevor die Familie von Heyl zu Herrnsheim das Gut Guntershausen im Jahre 1961 an den Hessischen Staat veräußerte, wurden die historischen Bühnenbilder in das Wormser Schloss der adligen Familie gebracht, wobei die Nachkommen des Freiherrn Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim die Bilder wohl noch mit Wagner in Verbindung brachten, sich aber ihrer besonderen Bedeutung nicht mehr bewusst waren, wie der Theaterwissenschaftler betonte.
Weiterhin ging Dr. Bauer noch auf die langjährigen freundschaftlichen Beziehung zwischen den Familie von Heyl zu Herrnsheim und der des Komponisten Richard Wagner ein und unterstrich den großen Einfluss, den die Familie von Heyl seinerzeit hatte. So wurde der Baron - ein wohlhabender Wormser Lederfabrikant - für die nationalliberale Partei in den Berliner Reichstag gewählt, außerdem hatte er als Kommerzienrat in der Ersten Kammer der Hessischen Landstände eine äußerst einflussreiche Stellung im Großherzogtum Hessen, zu dem Worms damals gehörte. Mit dem Großherzoglichen Hause von Hessen und bei Rhein in Darmstadt verband ihn ebenfalls eine freundschaftliche Beziehung. Sein Engagement galt unter anderem der Reinerhaltung des Rheins, der Fischerei und Fischzucht, sowie der Förderung der Eisenbahn, dem Weinbau, dem Weidenbau und dem Tabakanbau. Man darf wohl annehmen, dass bei dem Freiherrn durch die Ehe mit Sophie Stein - die Tochter eines Kölner Bankiers und Kunstsammlers - das Interesse an der Kunst geweckt wurde, da nach seiner Heirat im Jahre 1867 eine rege Sammeltätigkeit einsetzte. Die umfangreiche Kunstsammlung der Familie ist noch heute im Kunsthaus Heylshof in Worms zu besichtigen.
Einige Mitglieder der Familie von Heyl waren auch unter den Zuhörern des sehr kurzweilig gestalteten Vortrages beim Altertumsverein Worms e. V., in dem auch auf die bisher unbekannte Biographie des Wiener Künstlers Josef Hoffmann eingegangen wurde, der 1876 die historischen Bühnenbilder schuf.
Mit großem Interesse verfolgten auch die beiden Zuhörer des Fördervereins Hofgut Guntershausen e.V. den Vortrag, durch den sich uns nun wieder ein äußerst interessantes Stück Hofgutgeschichte erschließt. Im Verlauf der an diesem Abend mit Herrn Dr. Bauer und der Familie von Heyl zu Herrnsheim geführten Gesprächen wurde einhellig der Abriss des historischen Herrschaftshauses im Jahre 1972 bedauert.

Siehe auch Artikel im Ried-Echo vom 6.3.2009: “Unerwartete Spuren des Herrenhauses”


Abriss vor 50 Jahren - Erinnerungen an Stockstadts historisches Rathaus von 1537 Rathaus

Ausstellungsvitrine erinnert auf dem Hofgut Guntershausen an das historische Stockstädter Rathaus von 1537

Mit einer neu eingerichteten Ausstellungsvitrine erinnert der Förderverein Hofgut Guntershausen e. V. im Foyer des Verwalterhauses auf dem Hofgut an das 1959 abgerissene historische Stockstädter Rathaus von 1537.
Gezeigt werden drei von Jörg Hartung im Maßstab 1:33 gefertigte Modelle, welche die verschiedenen Phasen in der Baugeschichte des Gebäudes veranschaulichen. So wird der ursprüngliche Fachwerkbau, das verputzte Gebäude und letztlich das verschindelte Gebäude gezeigt, wie es den älteren Stockstädtern noch in Erinnerung sein dürfte. Ergänzt werden die Modelle durch Erläuterungen und zeitgenössische Fotografien.

Zu sehen sind die Rathausmodelle ab Sonntag, dem 15. März 2009.


 


Zar Nikolaus

Informationstafel für Herrschaftshaus und Zarenbesuch

Im Vorfeld der Aufführungen des Theaterstücks Der Fluss und seine sieben Gäste - Die Nacht am Altrhein, im Sommer 2008 wurde auf dem Hofgut Guntershausen eine Informationstafel angebracht, die an das frühere Herrschaftshaus des Gutes und an den Zarenbesuch auf dem Kühkopf im Jahre 1903 erinnert.
Die mit Unterstützung des Heimat- und Geschichtsvereins Stockstadt am Rhein und auf Initiative von Jörg Hartung vom Förderverein Hofgut Guntershausen angebrachte Tafel wurde am Samstag den 12. Juli 2008 um 16:00 Uhr durch Herrn Bürgermeister Klaus Horst im Rahmen einer kleinen Feierstunde enthüllt.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier...

 

 

 

 

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